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Das altbekannte und klassische Handy

Es gibt sie noch, die klassischen Handys. Denn nicht jedermann will oder benötigt ein Smartphone. Wer das Mobiltelefon tatsächlich überwiegend zum Telefonieren und höchstens noch für die eine oder andere SMS verwendet, ist in der Tat mit einem klassischen Handy besser beraten. Die Modellvielfalt ist zwar längst nicht mehr so groß wie vor der Einführung des Smartphones, doch gibt es auch heute noch unterschiedliche Handymodelle zur Auswahl. Warum diese in bestimmten Fällen die bessere Alternative zum Smartphone darstellen, soll in diesem Text näher erläutert werden.

Akkulaufzeit

Ein Haufen alter Handys.
Ein Haufen alter Handys.

Als erster und wichtigster Grund für ein klassisches Handy und gegen ein Smartphone ist die Akkulaufzeit zu nennen. Die Kapazität eines Akkus ist begrenzt. Das liegt in der Natur der Sache. Je größer ein Akku, desto mehr Strom kann er speichern. Doch kann ein Akku im Bereich mobiler Telefonie eine bestimmte Größe nicht überschreiten, ehe das gesamte Gerät unhandlich und damit unbrauchbar wird. Der möglichen Akkukapazität in Mobiltelefonen sind dadurch enge Grenzen gesetzt. Je mehr Funktionen ein Gerät hat, desto schneller ist der Akku leer. Das erklärt, warum moderne Smartphones längstens nach zwei Tagen, nicht selten bereits nach einem Tag wieder ans Stromnetz zum Aufladen angeschlossen werden müssen – während klassische Handys mitunter eine ganze Woche oder länger durchhalten können. Sie verbrauchen einfach deutlich weniger Strom als Smartphones. Wenn man die zusätzlichen Funktionen eines Smartphones also gar nicht nutzt, ist es reine Stromverschwendung, ein solches anstatt eines klassischen Handys zu verwenden. Ganz abgesehen von den Umständen, die tägliches Aufladen im Vergleich zu wöchentlichem Laden bereitet. Ärgerlich ist zudem, wenn man telefonieren muss und plötzlich mit leerem Akku dasteht. Das kann bei Smartphones schnell gehen. Vergisst man beispielsweise, Bluetooth oder WLAN abzuschalten, verbraucht das Gerät durch die ständige Suche nach einer Verbindung unentwegt zusätzlich Strom. Dann kann man bei vielen Modellen zuschauen, wie sich die Ladestandsanzeige nach links oder nach unten bewegt. Klassische Handys sind in dieser Hinsicht um ein Vielfaches unkomplizierter. Sie haben die meisten stromfressenden Funktionen schlicht nicht und somit kann man auch nicht vergessen, sie abzuschalten. Wie lange ein klassisches Handy konkret mit einer Akkuladung durchhält, hängt von der Konfiguration des jeweiligen Gerätes ab. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass Stand-by-Zeiten von über 1.100 Stunden möglich sind.

Sicherheit

Ein weiterer wichtiger Grund für klassische Handys und gegen Smartphones ist die Sicherheit. Smartphones sind durch Apps beliebig erweiterbar. Das ist vielleicht das bedeutendste Merkmal eines Smartphones. Was zunächst fantastisch klingt, hat allerdings seine Schattenseiten. So werden immer wieder Sicherheitslücken in Applikationen (Apps) bekannt – oder sogar gezielt zur Schädigung der Nutzer programmierte Anwendungen, sogenannte Malware. Zwar prüfen Apple und Google jede App vor der Veröffentlichung im jeweiligen App Store, doch lässt sich hundertprozentige Sicherheit damit nicht garantieren. Hinzu kommt, dass Applikationen auch durch Fehlverhalten der Anwender unsicher werden können. Je mehr Daten nun aber auf einem Telefon gespeichert sind bzw. je mehr Daten über das Internet damit verknüpft sind, desto größer ist das Risiko im Fall einer Sicherheitslücke. Allerhand persönliche Daten können von einem Smartphone gestohlen werden. Anders bei klassischen Handys. Diese speichern in erheblich geringerem Umfang Personendaten. Vor allem bieten sie potenziellen Angreifern nicht die Möglichkeit, beispielsweise auf Bankkonten oder ähnlich sensible Bereiche zuzugreifen, da schlicht keine Verbindung dorthin besteht. Klassische Handys sind durchaus internetfähig, doch beschränkt sich dies meist auf den Abruf von Websites und den Empfang von E-Mails. Vollständig auf moderne Vernetzung verzichten muss man mit klassischen Handys also keineswegs. Gleichzeitig reduziert man das Risiko und Ausmaß von Datendiebstahl in erheblichem Umfang. Soll das Mobiltelefon nur für Basisfunktionen wie Telefonie, SMS und E-Mail genutzt werden, gibt es keinen vernünftigen Grund, einem Smartphone den Vorzug vor einem klassischen Handy zu geben.

Zeitersparnis

Nokia 3310
Nokia 3310

Der Sicherheitsaspekt ist indes nicht der einzige Aspekt, der gegen die Nutzung von Smartphones und Apps spricht. Obschon selten thematisiert, sollte der zeitliche Aufwand für die Auswahl und Installation geeigneter Apps nicht unterschätzt werden. In Googles Play Store befinden sich inzwischen über 1,4 Millionen Anwendungen. Die meisten davon überschneiden sich mehr oder minder stark mit anderen Applikationen. Im App Store von Apple sieht es ähnlich aus. In dieser schier unüberschaubaren Fülle an Programmen die richtigen zu finden, kann durchaus zeitaufwendig sein. Gleichzeitig weiß man oft nicht, ob eine bestimmte Anwendung vom Entwickler dauerhaft betreut und an neue Versionen des Betriebssystems angepasst werden. So kann es durchaus passieren, dass man nach Ausprobieren verschiedener Apps endlich die richtige für einen bestimmten Anwendungszweck gefunden zu haben scheint, nur um nach dem nächsten Update festzustellen, dass sie nicht mehr funktioniert und der Entwickler seinerseits kein Update zur Verfügung zu stellen gedenkt.

Einfacher gesagt: Je komplexer die Funktionalität eines Geräts, desto mehr Zeit verbringt ein Nutzer im Durchschnitt damit, Software auf dem neuesten Stand zu halten. Klassische Handys machen es dem Besitzer deutlich einfacher. Das Betriebssystem ist in den meisten Fällen statisch, wird also nicht aktualisiert. Dazu besteht auch kein Grund. Weil die Funktionen des Mobiltelefons nicht erweitert werden können und das Betriebssystems perfekt auf die vorhandenen abgestimmt ist. Wer ein klassisches Handy kauft, kann es ohne Sorge um Updates bis ans Lebensende des Geräts in derselben Konfiguration nutzen. Das bedeutet nicht, Smartphones wären generell überflüssig. Nur eignet sich ein klassisches Handy eben deutlich besser für eine Person, die auf eine Erweiterung durch nachinstallierte Apps keinen Wert legt. Solch ein Nutzer wird mit einem klassischen Mobiltelefon viel Zeit und Nerven sparen.

Die Zeitersparnis betrifft indes nicht bloß die Apps, sondern bereits das Modell. Während es eine überschaubare Anzahl von klassischen Handys auf dem Markt gibt, wird die Zahl unterschiedlicher Smartphones immer unübersichtlicher. Nicht umsonst gibt es etliche Vergleichsportale im Internet, die einem Interessenten dabei helfen sollen, das für ihn optimale Smartphone zu finden. Angesichts der Vielzahl verschiedener Spezifikationen ist das kein leichtes Unterfangen und kann teilweise Tage oder sogar Wochen dauern. Vieles will bedacht werden. Für ein klassisches Handy lässt sich eine Liste notwendiger Merkmale dagegen sehr schnell zusammenstellen. Anschließend wird gezielt danach gesucht. Sollte mehr als ein Modell alle Anforderungen erfüllen, entscheidet im letzten Schritt die Verarbeitung oder das Design. Der gesamte Prozess lässt sich bei systematischem Vorgehen in einem halben Tag abwickeln. Man könnte es auch so ausdrücken: Weil klassische Handys einem potenziellen Käufer ein Vielfaches weniger an Auswahlmöglichkeiten bieten, muss er sich weniger den Kopf zerbrechen und kommt dadurch schneller zu einer Entscheidung. Die gesparte Zeit lässt sich für Angenehmeres verwenden als für die Auswahl eines Mobiltelefons.

Preis

Einiges wurde bisher für klassische Handys ins Feld geführt, doch ein gewichtiger Punkt bislang nicht angesprochen: der Preis. Smartphones kosten in aller Regel mehrere Hundert Euro, zumindest ohne Vertrag. Da Mobilfunkverträge üblicherweise zwei Jahre Laufzeit haben, neue Geräte jedoch jährlich auf den Markt kommen, gibt es nicht wenige Nutzer, die sich ein neues Smartphone ohne Vertrag kaufen. Aber selbst wenn jemand ein solches Gerät im Rahmen eines Neuvertrags oder einer Vertragsverlängerung erhält, bezahlt er es in Form von Raten (und meist einem festen dreistelligen Grundbetrag). Bedingt durch die kurzen Lebenszyklen und hohen Preise moderner Smartphones sowie eines gewissen technischen (und mitunter auch sozialen) Drucks zu immer dem neusten Modell zwingen diese Mobiltelefone im Lauf der Jahre zu substanziellen Investitionen. Anders bei klassischen Handys. Diese sind im Handel auch ohne Vertrag meist für unter 100 Euro, teilweise sogar für unter 50 Euro verfügbar. Neue Modelle kommen selten(er) auf den Markt. Sozialen Anpassungsdruck gibt es nicht. Wer ein klassisches Handy anstatt eines Smartphones besitzt, hat sich aus der Neuerungsspirale ohnehin längst abgesetzt. Solange sich die Mobilfunkstandards für Telefonie und SMS nicht grundlegend ändern, gibt es auf der technischen Seite ebenfalls keinen Grund, sich jedes Jahr ein neues Handy zu kaufen. In der Regel kann ein klassisches Mobiltelefon über etliche Jahre problemlos verwendet werden. Ein Nutzer spart dadurch einen nicht unerheblichen Betrag gegenüber dem Kauf eines Smartphones, einmalig und bei den laufenden Kosten.

Siemens A52
Siemens A52

Die meisten klassischen Handys verfügen im Gegensatz zu den meisten Smartphones über eine echte Tastatur anstelle einer virtuellen auf dem Touchscreen. Nicht wenige Nutzer empfinden das Tippen auf einer echten Tastatur als deutlich angenehmer. Nicht umsonst gibt es Schutzhüllen für Smartphones mit integrierter Bluetooth-Tastatur. Hinzu kommt, dass klassische Handys unempfindlicher gegenüber Stürzen sind. Das liegt insbesondere daran, dass ihr Display erheblich kleiner ist. Es ist schließlich häufig das Display, welches beim Sturz eines Smartphones den größten Schaden nimmt. Das Risiko diesbezüglich ist bei einem klassischen Mobiltelefon entsprechend geringer. Aber selbst wenn das Handy durch einen Sturz Schaden nimmt, ist es in diesem Fall weniger ärgerlich, weil man weniger Geld dafür ausgegeben hat. Es macht eben einen nicht bloß finanziellen Unterschied, ob ein Gerät für mehrere Hundert Euro zu Bruch geht oder ein eines für unter 100 oder gar unter 50 Euro. Weil zudem das Smartphone vielen als Statussymbol gilt, wird dadurch nicht nur ein technisches Gerät, sondern ein Teil der Selbstidentität beschädigt. Die Fülle an verschiedenen Schutzhüllen und Displayfolien für Smartphones belegt dies eindrucksvoll. Inzwischen existieren sogar spezielle Handschuhe für die Bedienung des Touchscreens, um diesen nicht durch Fingerabdrücke zu verunstalten. Der Nutzer eines klassischen Handys kann über einen solchen Aufwand nur den Kopf schütteln. Er benutzt sein Gerät ohne besondere Vorsicht im Alltag. Kratzer oder kleinere Beschädigungen, welche die Funktionsfähigkeit des Geräts nicht beeinträchtigen, kümmern ihn wenig. Ist das Handy irgendwann irreparabel beschädigt, kann er sich leicht davon trennen und für wenig Geld ein neues kaufen.

Letztes Wort

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass klassische Handys naturgemäß nicht für jedermann die richtige Wahl sind. Wer allerdings auf die Funktionalitäten moderner Smartphones kaum oder keinen Wert legt und sein Mobiltelefon lediglich zum Telefonieren und für SMS verwendet, trifft mit einem klassischen Handy die deutlich bessere Wahl. Nicht bloß sind diese Geräte viel billiger, sie sparen überdies schon bei der Auswahl des Geräts selbst eine Menge Zeit. Ihre Akkulaufzeiten sind um ein Vielfaches länger und das Risiko von Datendiebstahl ist erheblich geringer.